Autor Thema: LCD-Monitore richtig eingestellt  (Gelesen 4638 mal)

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Varrattu

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LCD-Monitore richtig eingestellt
« am: 21.August.2013, 18:47 »
Liebe Freunde und Förderer des frohen iL2CoD-Farbenspiels,

ein mustergültig eingestellter Monitor zählt zu den Grundvoraussetzungen für eine einigermaßen korrekte Wiedergabe der Spielgrafik, weiß doch jedes (Spiel-) Kind. Und dann klappt's auch besser mit der Feinderkennung auf dem ATAG-Server ...

Aber vorher muss das F..!"§$%& Manual gelesen werden. Wer dazu keine Lust hat, hier ausloggen und weiterhin im Dustern nach dem Gegner stochern.


Prolog

Also. Der Monitor sollte auf beste Wiedergabe abgestimmt werden. Das heißt, Schwarz sollte als Schwarz, Weiß als Weiß und Grau als 50-prozentige Farbe genau dazwischen zur Darstellung kommen.

Die meisten Computermonitore sind zu dunkel eingestellt, selten zu hell. Zumeist werden Monitore mit viel zu hoch gesetzter Helligkeit und Farbtemperatur betrieben, weil das die Farben brillanter -nicht jedoch besser- erscheinen lässt. Dies führt dazu, dass Bild-Details entweder in den dunklen Tönen (bei zu dunkler Einstellung) bzw. in den hellen Tönen (bei zu heller Einstellung) verloren gehen.

Alle Einstellungen sollten bei dem Umgebungslicht durchgeführt werden, bei dem später auch gesimuliert bzw. gespielt wird. Wenn dabei Tages- mit Kunstlicht wechselt, heißt es Kompromisse zu finden.

Da Monitore altern, empfiehlt es sich, die Kalibrierung regelmäßig zu wiederholen, bei LCDs  sollte die Bildschirm-Abstimmung im Monatsrhythmus durchgeführt werden.

In Internet-Beiträgen findet Ihr die Empfehlung, bei LCDs die folgende Reihenfolge zu beachten: Helligkeit (Schwarzpunkt), Kontrast (Weißpunkt), Gamma. Ich habe festgestellt, dass sich Helligkeit, Kontrast und Gamma gegenseitig deutlich erkennbar beeinflussen und daher in unterschiedlichster Reihenfolge bzw. gleichzeitig zu bearbeiten sind. Die Einstellung der Helligkeit verändert in erster Linie den sogenannten  Schwarzpunkt / Schwarzpegel des Bildes. Der Kontrast beeinflusst den Weißpegel der dargestellten Bilder.
Bei manchen LCDs lässt sich der Weißpunkt über die Helligkeit der LED-Hintergrundbeleuchtung regeln, was gleichzeitig den Schwarzpunkt verändert -  eventuell muss man hier einen Kompromiss finden.

Ich benutze für die Monitorkalibrierung Testbilder aus dem „ECI-Monitortest V1.0“ der European Color Initiative (ECI):

http://www.eci.org/_media/downloads/monitor/eci_monitortest_pc.zip

Die ECI-Testbilder sind dazu gedacht, als Bildschirmhintergrund verwendet zu werden und sind nur hilfreich, wenn das Bild unskaliert verwendet wird. Aus diesem Grund sind im Paket Hintergrundbilder in allen gängigen Monitorauflösungen im .bmp-Format enthalten. Wählt also unbedingt das zu Eurer Monitorauflösung passende Hintergrundbild. Die Testbilder bestehen  aus den folgenden Elementen:
- Grauer Hintergrund (zur Flächenkontrolle)
- Schwarze und die weiße Fläche (Licht- und Tiefenkontrollelement)
- Kontrollfeld für die Gradationseinstellung
- Verlaufsgraukeil (Farbabrisskontrollelement)
- Stufengraukeil (Graufarbenkontrollelement)


Schwarzpunkt (Helligkeits-Regler)

Der Schwarzpunkt beeinflusst die Schattenzeichnung. Liegt er zu tief, lassen sich sehr dunkle Grautöne schwer oder gar nicht unterscheiden, im Extremfall kann es sogar zum Clipping (Abschneiden) kommen. Liegt der Schwarzpunkt zu hoch, wirkt das Bild flau, außerdem wird der Kontrastumfang des Monitors nicht gut ausgenutzt.

Die Helligkeitseinstellung bestimmt, wie dunkel Farben und Schatten auf dem Bildschirm angezeigt werden. Dabei hat Schwarz (Rot, Grün, Blau = 0, 0, 0) so schwarz wie möglich zu sein.

Zur Einstellung dienen ein oder mehrere tiefgraue Bildelemente auf schwarzem Hintergrund, die man von diesem noch gerade unterscheiden kann. Die visuelle Differenzierung hängt stark von der Umgebungshelligkeit ab, nicht nur von der des Monitors, sondern vor allem vom Hintergrund bzw. Kalibrierfenster ab. Ist der Hintergrund / das Kalibrierfenster klein, der Bildschirm sonst aber recht hell, stellt man schnell einen zu hellen Schwarzpunkt ein. Die Kalibrierung in völlig dunkler Umgebung, in welcher man noch geringste Helligkeitswerte unterscheiden kann, führt dagegen zu einer Einstellung, die den Gegebenheiten realer Bilder nicht entspricht. Schattenzeichnung, die beim Kalibrieren gut unterscheidbar war, geht dann beim realen Bild im Schwarz unter. Ich benutze deshalb für den Abgleich Testbilder aus dem „ECI-Monitortest V1.0“ der European Color Initiative (ECI) mit einem grauen Bildschirmhintergrund von R/G/B=127/127/127.

Die Einstellung erfolgt per Helligkeitsregler. Stellt den Helligkeitsregler des Monitors zunächst auf den kleinsten Wert und den Kontrastregler auf den höchsten Wert. Erhöht die Helligkeit nach und nach, bis möglichst alle Stufen der Grautreppe auf Eurem Monitor klar und deutlich hervortreten. So habt Ihr die Sicherheit, dass auch feinste Bilddetails in dunkelsten Bildbereichen detailgetreu wiedergegeben werden.


Weißpunkt (Kontrast-Regler)

Der Kontrast bestimmt, wie Weiß und helle Farben dargestellt werden und stellt sicher, dass Lichteffekte in Bildern auf dem Bildschirm richtig angezeigt werden.

Eine weitere wichtige Eigenschaft des Monitorweiß stellt -neben der Helligkeit- die Farbe dar. Sie wird als Farbtemperatur in Kelvin gemessen und lässt sich oft direkt im Monitormenü einstellen. Es empfiehlt sich also, zunächst die Einstellung auf sRGB-Standard / 6500 Kelvin (D65) Normlicht, dies entspricht etwa einem grau verhangenen Himmel.

Danach stellt Ihr den Kontrastregler auf den höchsten Wert. Ist der Kontrast zu hoch, erscheinen weniger Graustufen. Verringert bzw. erhöht den Kontrast so, dass die Segmente der hellen Grautreppe klar von einander abgetrennt sind. Wenn möglichst alle Stufen der Grautreppe auf dem Monitor dargestellt werden, haben Sie die Gewissheit, dass auch hellste Details in hellsten Bildbereichen originalgetreu wiedergegeben


Mitteltöne (Gamma-Regler)

Mit der Korrektur des Gamma wird die Helligkeit im mittleren Tonwertbereich geregelt, so dass ein Wert von 50 Prozent Grau auch mit 50 Prozent Helligkeit angezeigt wird. Die meisten Monitore -selbst neu gekaufte- geben das angestrebte 50 Prozent Grau viel zu dunkel aus. Die dunklere Darstellung vermittelt indirekt mehr Kontrast.

Visuell lässt sich die Gammaeinstellung am Monitor relativ leicht durch den Vergleich von Grauwerten vornehmen. Ein Bild aus horizontalen, ein Pixel breiten schwarzen und weißen Streifen dient als Referenz für 50 % Grau, zu diesem Grau vermischen sich die Streifen bei ausreichendem Betrachtungsabstand.

Um den ungefähren Gamma-Wert eines Monitors zu bestimmen verwendet man eine Grafik, die mit einem 50 Prozent gedeckten schwarzen Punktemuster bedruckt ist (schachbrettartig, aber feiner aufgelöst) und vergleicht diese mit einem grauen Feld (Helligkeitswert 50 %). Beide Flächen müssen dann -leicht unscharf betrachtet- gleich grau erscheinen. (Durch Zwinkern wird der leicht unscharfe Effekt erreicht).

Hat man so den tatsächlichen Gamma-Wert seines Monitors herausgefunden, kann man mit Hilfe der Grafikeinstellungen seines Computers einen eigenen, von den Werksvorgaben unabhängigen Wert einstellen. Indem man in den Grafikeinstellungen den Kehrwert des gefundenen Wertes als Gamma einstellt, wird die Gamma-Korrektur des Monitors (theoretisch) neutralisiert; es ergibt sich ein tatsächlicher Gamma-Wert von 1. Will man einen tatsächlichen Gamma-Wert von z..B. 2,2 erhalten, so muss man den Kehrwert mit 2,2 multiplizieren und diesen Wert als Gamma-Wert einstellen. Hat man z.B. einen tatsächlichen Gamma-Wert von 1,3 festgestellt, so muss man in den Grafikeinstellungen den Wert 0,77 einstellen, um die Gamma-Korrektur zu neutralisieren, und 1,69, um den tatsächlichen Gamma-Wert von 2,2 zu erreichen.
Auf diesem Prinzip basieren auch die meisten visuellen Gamma-Kalibrierungstools wie das von mir bevorzugte Programm Quickgamma. Quickgamma findet Ihr als Download im Internet unter http://www.quickgamma.de.

Viel Spaß beim Kalibrieren

~Varrattu~

Und hier ein paar der von mir genutzten Quellen in zufälliger Folge:
http://www.eci.org/_media/downloads/monitor/eci_monitortest_pc.zip
http://www.lagom.nl/lcd-test/
http://www.logicalbrain.de/fotoseiten/Kalibrierung/Kalibrierung.aspx
http://www.hennigarts.com/monitor-einstellung.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Gammakorrektur
http://einklich.net/etc/gamma.htm
http://www.achtung-analog.de/kalibr.html
http://www.licht-malerei.de/alte1/monitor-kalibrierung.html
http://www.simpelfilter.de/farbmanagement/cts_0404_farbgeber.html
http://old-schulte.de/profilie.shtml
http://windows.microsoft.com/de-de/windows7/calibrate-your-display
http://www.tftcentral.co.uk/articles/icc_profiles.htm#the_database
http://www.spearsandmunsil.com/portfolio/technical-notes-on-the-patterns/
http://www.spronkey.com/sdc-gradients.png



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Re: LCD-Monitore richtig eingestellt
« Antwort #1 am: 21.August.2013, 19:22 »
Sehr gut! Danke!