Autor Thema: Visionen / Fortschritt / Zukunft - Innovations-Thread  (Gelesen 5784 mal)

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Offline ulyssesOne

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Hallo zusammen,

da irgendwie nicht alle Themen in den Nachrichtenthread passen, erstelle ich heute mal einen neuen Thread. Der Thread soll dazu dienen, auf tolle Erfindungen, Ideen oder Konzepte hinzuweisen. Da nur ein freier Geist scheinbar vorgebene Grenzen und Gesetzmäßigkeiten überwindet, soll hier auch alles Platz finden dürfen, was euch irgendwie erwähnenswert scheint, egal ob verrückt, banal oder oder oder ...

Als grundlegendes Motto vielleicht: "Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt." Lao Tze


Kleiner Hinweis:

Respektiert die Meinungen anderer und verzichtet in Diskussionen auf Killerrhetorik. Auch die Erkenntnis / der Verweis auf unumstößlichen Wissens ist zumeist keine hilfreiche Diskussiongrundlage.  ;)




@Admin/Mod: Würdet ihr so einen gewagten Thread bitte pinnen?  :-* 
« Letzte Änderung: 21.Mai.2012, 13:00 von ulyssesOne »
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Offline ulyssesOne

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Re: Visionen / Fortschritt / Zukunft - Innovations-Thread
« Antwort #1 am: 21.Mai.2012, 12:59 »
Logischweise fange ich auch gleich mal mit etwas richtig abgefahrenen an:

http://www.buildtheenterprise.org/ship-specs

Ambitioniert wäre schon fast untertrieben und doch kann ich mir so etwas vorstellen, wobei ich da aber gleich mal Kritik an die Köpfe hinter dem Projekt richten möchte, denn Gene Roddenberry als Erfinder von Enterprise und all seinen Ablegern hatte eine wesentlich größere Vision als "nur" ein Schiff im Weltraum, letztlich sollte so ein Projekt nicht von einer Volkswirtschaft getragen werden müssen ... auf so einem Schiff sollte die gesamte Menschheit vertreten sein dürfen.

In Zeiten, wo eine kleine Smartwatch bei Kickstarter statt geplanten 100.000 USD auf gute 10.000.000 USD Startgeld kommt, sieht man doch am ehesten, was zu leisten eine Gemeinschaft im Stande ist. In diesem Zusammenhang möchte ich kurz Anschneiden, dass "Kickstarter" und besagte Uhr auch Ihre Erwähnung in diesem Thread mehr als verdienen.  ;)

« Letzte Änderung: 22.Mai.2012, 07:13 von ulyssesOne »
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Offline Sturmgeist

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Re: Visionen / Fortschritt / Zukunft - Innovations-Thread
« Antwort #2 am: 21.Mai.2012, 13:38 »
wtf.. während dem lesen der ziele konnte ich mir das grinsen nicht aus dem gesicht wischen.
wer sind die denn? ist das nur gewäsch oder steht da ne organisation dahinter?
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Offline ulyssesOne

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Re: Visionen / Fortschritt / Zukunft - Innovations-Thread
« Antwort #3 am: 21.Mai.2012, 14:29 »
Mmmhhh, tja ... ein aussagefähiges Impressum ist halt nicht überall vorgeschrieben.  ;)
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Offline windbeutel

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Re: Visionen / Fortschritt / Zukunft - Innovations-Thread
« Antwort #4 am: 21.Mai.2012, 20:40 »
Ich finds cool.

Wann erfinden wir den Warp Antrieb und Trägheitsdämpfer? (und ich hatte solche Hoffnung, als die Leute beim CERN ihre - leider verfälschten - Ergebnisse brachten).
"Life is just another bugged script."

Offline ulyssesOne

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Re: Visionen / Fortschritt / Zukunft - Innovations-Thread
« Antwort #5 am: 22.Mai.2012, 07:12 »
So sehe ich das auch ... einfach cool. Dennoch wäre ein kleinerer Prototyp der prinzipiell empfehlenswertere Schritt, der logistische Aufwand um ca. 1000 Menschen zu versorgen ist prinzipiell zu hoch, ein Schiff für 200 Menschen + Habitat wäre schon ne Wucht.

Bleiben wir bei "Star Trek" und schauen uns mal "Transparentes Aluminium" an:

http://www.drg-gss.org/typo3/html/index.php?id=141

Okay okay ... eigentlich ist es eine Keramik, aber auch verdammt cooles Zeug.
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Offline Sturmgeist

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Re: Visionen / Fortschritt / Zukunft - Innovations-Thread
« Antwort #6 am: 06.Juni.2012, 15:05 »
habe eben das hier gefunden:

http://mars-one.com/

ein projekt zur dauerhaften besiedelung des mars. auch hier hab ich keine ahnung wie viel wahrheit dahinter steckt, bzw wieviel pseudoscience.
allerdings halte ich das für deutlich realistischer als das warp projekt. das problem, das ich hier sehe, ist der unglaubliche psychische stress, der entsteht wenn die möglichkeit besteht, dass die astronauten die erde nie wieder sehen werden. ich persönlich hätte keine probleme damit, für meinetwegen 6 jahre oder so von der erde zu verschwinden und auf den mars zu fliegen. aber mit dem bewusstsein dort hin zu gehen, dass ich eventuell nie wieder zurück kann, würde mir schwer zu schaffen machen.

edit: seltsame kombination haben die.. nobelpreisgewinner in physik und der vater von big brother...
es ist vermutlich eine gute möglichkeit, geld für das projekt zu verdienen, aber was passiert, wenn die einschaltquoten sinken?
schalten sie die mission dann ab? ;)
« Letzte Änderung: 06.Juni.2012, 15:12 von ZG26-Sturmgeist »
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Offline ariyaner

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Re: Visionen / Fortschritt / Zukunft - Innovations-Thread
« Antwort #7 am: 06.Juni.2012, 17:34 »
abschalten ist gut :)
hallo - ist da draussen jemand ? ...
irgendwie verdammt skurill auf solche art und weise pionier der raumfahrt zu werden
trotzdem eine chance die - egal mit welche ausgang genutzt werden muss
es passiert in den letzten jahren sogut wie garnix mehr in sachen raumfahrt weil billionen von was auch immer in kranke system gesteckt werden muessen damit nicht alles kolabiert
währenddessen vögeln wir uns über die 7 milliardengrenze und fressen immer mehr ressourcen
der weg nach draussen ist für mich der einzig richtige
allerdings würd ichs erstmal mit dem mond probieren
da muss es doch irgendwas geben was wir hier unten gebrauchen könnten
bevor wir andere planeten "besiedeln" brauchen wir erstmal ne funktionierende mondbasis als "weltraumbahnhof"
wir haben das teil immerhin für lau direkt vor der nase   
 

Offline Sturmgeist

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Re: Visionen / Fortschritt / Zukunft - Innovations-Thread
« Antwort #8 am: 06.Juni.2012, 23:49 »
naja, ich glaube als weltraumbahnhof muss man nicht grade eine station auf einem planeten/trabanten haben. eine raumstation dürfte dazu ausreichen, vor allem weil man da keine gravitation zu überwinden hat.
und gerade weil es auf dem mond nix gibt, was man brauchen könnte (soviel man weiss) ist der mars eine schöne wahl. da gibts zwar auch nix, was sich lohnen würde zurückzuschaffen, aber es ist weit weg, und exotisch, und..... ROT ;)
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Offline ariyaner

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Re: Visionen / Fortschritt / Zukunft - Innovations-Thread
« Antwort #9 am: 07.Juni.2012, 14:56 »
so doll isses mit der gravitation auf dem mond ja nun auch nicht
ich würd sagen genau richtig
wenn man überlegt wieviel zeugs die da hochfliegen muessen nur um erstmal das grundgerüst einer raumstation zu schaffen
schau dir die MIR doch an - ist lächerlich klein
mit rohstoffen auf dem mars - keine ahnung
haben wir hier keinen der auf dem gebiet professor ist ?
andere frage
welches projekt könnte denn überhaupt eine raumstation versorgen ?
« Letzte Änderung: 07.Juni.2012, 15:44 von ariyaner »

Offline Sturmgeist

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Re: Visionen / Fortschritt / Zukunft - Innovations-Thread
« Antwort #10 am: 07.Juni.2012, 17:37 »
auf den mond musst du doch aber auch alles hochfliegen^^
meiner meinung nach ist es also besser, das im orbit zu machen, denn gravitation bleibt gravitation, kostet sprit.

versorgung einer raumstation kostet natürlich, aber wie meinst du das: "welches projekt" ?
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Offline ariyaner

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Re: Visionen / Fortschritt / Zukunft - Innovations-Thread
« Antwort #11 am: 07.Juni.2012, 20:37 »
spaceshuttle ist history
der rest geht alles über oneway geschichten

keine ahnung was die aktuellen projekte für kapazitäten haben
aber wenn man da alle 3 monate  500kg raufschiesst braucht das zu lange um efekiv zu sein

Offline ulyssesOne

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Re: Visionen / Fortschritt / Zukunft - Innovations-Thread
« Antwort #12 am: 15.Juni.2012, 14:32 »
Jaja ... ich sehe es ganz ähnlich ... Die meisten Chancen und vielleicht auch Lösungen für so manches Erdenproblem gibt es da oben zwischen den Sternen, selbst unser eigenes Sonnensystem ist uns ja noch so verschlossen. Im Gegensatz dazu, passiert hier aber viel zu wenig, um wirklich von Fortschritten reden zu können.

Das erste wirklich grosse Ziel sollte tatsächlich so eine Art "Weltraumbahnhof" sein und eine verringerte Schwerkraft wäre da aus meiner Sicht nur von Vorteil.


@Arianer: Die Mir-Raustation ist mehr oder weniger bereits 2001 zur Erde "zurückgekehrt".  ;) Die aktuelle ISS-Raumstation ist schon deutlich grösser als die russ. Mir. Tja und die amerik. Skylab kennt wohl auch kaum noch jemand.
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Offline ulyssesOne

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Re: Visionen / Fortschritt / Zukunft - Innovations-Thread
« Antwort #13 am: 18.Juni.2012, 14:20 »
Heute etwas durchaus bodenständiges ...

Zitat
18. Juni 2012, 10:50 Uhr
Begrünung in der Sahelzone
Mister Rinaudo will die Wüste stoppen
Aus Nairobi berichtet Horand Knaup

Die Wüste wächst - und mit ihr die Not der Menschen im Süden der Sahara. Ein Australier sagt der Versandung den Kampf an: Tony Rinaudo hat einen verblüffend einfachen Weg zur Begrünung karger Landstriche erfunden. Nach 30 Jahren Überzeugungsarbeit beginnt sich die Methode durchzusetzen.

Es war einer dieser kleinen Zufälle, aus denen manchmal Großes entsteht: Es war im Jahr 1983. Der Australier Tony Rinaudo, damals 26 Jahre jung, stand mit seinem Allrad-Wagen am Rande einer Straße im südlichen Niger. Drei Jahre zuvor war der Agrarökonom mit einer kleinen christlichen Nichtregierungsorganisation in die Sahelzone gekommen, um die Ausbreitung der Wüste aufzuhalten. Bäume wollten sie pflanzen, um die Erosion zu stoppen und das Land zumindest teilweise wieder nutzbar zu machen.

Der Kampf gegen die Wüstenbildung, gegen Abholzung und Bodenerosion ist eine der größten Herausforderungen in Afrika, insbesondere in der Trockenzone zwischen Somalia und dem Senegal. Nur Bäume können letztlich die Austrocknung stoppen. Sie halten den Wind ab und das Wasser im Boden, sie bieten Schatten, sie locken Würmer und Insekten an, ihre Blätter dienen als Dünger.

So kniete Rinaudo an jenem Morgen vor den Reifen seines Geländewagens, um Luft abzulassen für die Fahrt durch den Sand. Da fiel sein Blick auf einen Baumstumpf, der aus der Ferne tot und unnütz aussah. Als Rinaudo genauer hinschaute, sah er junge grüne Triebe, die aus dem Stumpf keimten. Er verstand: Das war kein totes Holz, das da aus dem Sand ragten. Das Wurzelwerk lebte und ließ trotz größter Trockenheit neue Zweige entstehen. "Mir wurde plötzlich klar, dass im Wurzelwerk dieser Stümpfe eine enorme Kraft steckt", sagt Rinaudo.

"Grüne Mauer" mit überschaubarem Erfolg

Seit Jahrzehnten versuchen Wissenschaftler, Agrartechniker und Hilfsorganisationen, die Ausbreitung der Wüste aufzuhalten. Sie wächst Richtung Süden. Trockenperioden, Wasserknappheit und der wachsende Bedarf an Feuerholz beschleunigen den fatalen Prozess. Hunderte Millionen Dollar sind in den vergangenen Jahren in die Begrünung geflossen. Die Regierungschefs der Sahel-Staaten basteln an der "Grünen Mauer", einer enorm teuren Baumpflanzaktion quer über den Kontinent - bisher mit eher bescheidenem Erfolg.

"Auch wir hatten alles versucht", sagt Rinaudo. Er hatte kleine Bäumchen gepflanzt, größere Bäumchen gepflanzt, mit Bewässerung, ohne Bewässerung, Windfänge errichtet, Zäune gezogen. Doch die Ergebnisse waren kläglich. Mal knabberten Ziegen die jungen Triebe ab, dann fegte ein Sandsturm die Blätter von den Zweigen. Oder die Bauern fällten die Bäume, um Feuerholz zu gewinnen. Wachsen konnte jedenfalls nichts. Und auch beim Getreideanbau standen Aufwand und Ertrag in keinem vernünftigen Verhältnis zueinander. "Um einen Halm Hirse hochzuziehen, mussten wir 100 Samenkörner einsetzen", sagt Rinaudo.

An jenem Morgen begann er beim Blick auf die jungen Triebe umzudenken: Mit den Strünken ließe sich etwas anfangen. Man müsste sie pflegen, die Triebe beschneiden, sie in der Anfangszeit schützen - dann könnte daraus neues Grün entstehen. Selbst in der Wüste. FMNR (Farmer Managed Natural Regeneration) nennt er seine Methode.

Auch im Sahel sind die Bauern konservativ

Rinaudo machte sich ans Werk. Er müsste einen Großversuch starten, einige Dutzend Hektar bewirtschaften - und dann über eine Art Schneeballeffekt Nachahmer gewinnen. Keine leichte Aufgabe, denn Farmer sind konservativ, auch im Sahel.

Tatsächlich waren die Widerstände heftig. Die Bauern, die er für einen Großversuch brauchte, wollten nicht mitziehen: kein Feuerholz mehr schlagen? Die Tiere fernhalten von den Baumstümpfen? Die Erntefelder nicht mehr abbrennen? Das entsprach so gar nicht ihrer Gewohnheit. "Wir fanden gerade mal zwölf Farmer, die bereit waren, gegen ihre Traditionen zu verstoßen", sagt Rinaudo. Die Querdenker wurden angefeindet, isoliert, bedroht. "Die hatten eine harte Zeit", sagt er. "Die Leute dachten, wir wollten ihnen das Land wegnehmen."

Die Natur half auf ihre Weise: Im Jahr danach, 1984, legte sich eine schwere Dürre über Niger. Rinaudo und seine Mitstreiter sahen zu, wie 90 Prozent ihrer mühsam eingepflanzten Baumsetzlinge vertrockneten. Also startete er mit Unterstützung seines Hilfswerkes ein eigenes Hilfsprogramm. In 100 Dörfern begann er die Bauern zu bezahlen, wenn sie die Baumstümpfe nach seiner Methode bearbeiteten, 12.000 Farmer ließen sich für ein "Food for Work"-Programm gewinnen: Das heißt, bis auf vier oder fünf junge Triebe alle Zweige abschneiden, das abgeschnittene Blattwerk liegen lassen und nach einigen Wochen einsammeln.

Als bald danach die nächste Dürre Niger plagte, erlitten die Farmer, die sich mit FMNR angefreundet hatten, deutlich geringere Verluste. Knapp 30 Jahre später hat Rinaudo nichts von seinem Elan verloren. Er steht im Humbo-Tal im südlichen Äthiopien. Eine Gegend, die eigentlich fruchtbar, aber nach Jahrzehnten des Raubbaus von der Erosion schwer mitgenommen ist. 2008 war er zuletzt da, im Auftrag von World Vision, jetzt ist er gekommen, um nachzuschauen, wie sich das Tal entwickelt hat. An einem bewachsenen Baumstumpf demonstriert Rinaudo seine Methode: Schnipp, schnapp, zielsicher fährt das Messer durchs Gestrüpp, bis am Ende die vier oder fünf stärksten Zweige stehen bleiben.

"Mein Leben hat sich dramatisch verbessert"

Unter Federführung der Hilfsorganisation World Vision bearbeiten im Humbo-Tal Hunderte von Kleinbauern knapp 3000 Hektar Land. Jahrzehntelang waren in der Region die Wälder gerodet worden, bis es nichts mehr zu roden und wegen der Erosion auch nichts mehr zu säen und zu ernten gab. Inzwischen sind Tausende Hektar wieder begrünt, es gibt Schatten, Gras, Futter für die Tiere, und auch für die Agrarwirtschaft ist das Land wieder nutzbar.

Der Farmer Thomas Hera, 42, aus dem Dörfchen Habida ist einer der Profiteure. Mit anderen Kleinfarmern schneidet er an einem Hang, an dem früher das Wasser herunterschoss, die schwachen Triebe von den Stümpfen. Die Zweige bleiben einige Wochen liegen, dann dienen sie als Feuerholz.

"Mein Leben hat sich dramatisch verbessert", sagt Hera. Er hat sich einen Ochsen für seinen Pflug gekauft, er hat sich ein Haus gebaut, und er kann seine acht Kinder jetzt in die Schule schicken. "Die Nachbarn schauen jetzt bei mir ab", sagt er. Und weil das Projekt eine Aufforstungsmaßnahme ist, die CO2 bindet, hat sein Dorf 80.000 Dollar aus dem internationalen Emissionshandel erhalten.

Auch die Wissenschaft ist inzwischen auf FMNR aufmerksam geworden. Der niederländische Agrarexperte Chris Reij, einst Professor an der Universität Amsterdam und seit 1978 in Westafrika mit Wiederaufforstung befasst, lobt Rinaudo in den höchsten Tönen: "Ich kenne keine Methode, die preiswerter und erfolgversprechender ist." Mit Satellitenaufnahmen kann er die Begrünung des südlichen Niger eindrucksvoll belegen. Und außerdem: "Wenn alle Bäume, die in den letzten 20 Jahren im Sahel gepflanzt wurden, gewachsen wären, müsste es im Sahel eigentlich aussehen wie im Amazonasbecken." Tut es aber nicht, und deshalb wirbt Reij, wo immer er kann, für Rinaudos Methode.

Wachsende Ernteerträge, steigende Grundwasserpegel

Seit 2004 begleitet er dessen Feldzug. "Es ist ein Trend. Und den müssen wir beschleunigen", sagt Reij. Das kenianische Agrarforschungszentrum CGIAR arbeitet gerade an einer Studie über FMNR. Es hat lange gedauert, bis sich Rinaudos Methode herumgesprochen hat. Er hat in der Zwischenzeit Kinder großgezogen, Falten bekommen, auf unzähligen Tagungen gesprochen.

Der Erfolg spricht für sich: Trotz der Dürre, die gerade in Westafrika herrscht, haben die Farmer etwa in Niger, die sich Rinaudos Methode verschrieben haben, 14.000 Tonnen an Getreideüberschüssen erzielt, im Dogonland in Mali sind es sogar 50.000 Tonnen. Im Norden Äthiopiens, in Tigray, stieg der Grundwasserspiegel um neun Meter an, seitdem dort wieder Bäume wachsen. Die Vegetation kehrte zurück, und mit ihr kamen auch Wildtiere wie Antilopen und Leoparden wieder.

Acht afrikanische Staaten arbeiten inzwischen nach Rinaudos Methode, darunter so trockene Länder wie Mali, Niger oder der Tschad. In Niger werden inzwischen rund sechs Millionen Hektar nach Rinaudos Methode bearbeitet, Äthiopien will in den nächsten Jahren 15 Millionen Hektar Brachland wieder begrünen.

Worauf Rinaudo besonders stolz ist: Sein FMNR hat eine Eigendynamik bekommen. Selbst über Grenzen hinweg. In Mali etwa haben sich viele Kleinbauern den Grünschnitt selbst beigebracht, nachdem sie von den Erfolgen im Nachbarland Niger gehört hatten. "Es ist kein verrückter Traum mehr", sagt Rinaudo. "Es ist eine Volksbewegung geworden."


URL: http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/sahelzone-fmnr-soll-ausbreitung-der-wueste-stoppen-a-838840.html

Quelle: www.spiegel.de

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Re: Visionen / Fortschritt / Zukunft - Innovations-Thread
« Antwort #14 am: 26.September.2012, 12:59 »
Heute nach langer Pause mal wieder etwas Spaciges:

Zitat von: www.golem.de
Nasa-Wissenschaftler hält Warp-Antrieb für machbar

Ein Warp-Antrieb, der interstellare Raumflüge ermöglicht, ist nach Überzeugung eines Nasa-Wissenschaftlers durchaus möglich. Er hat ein bestehendes Konzept für eine solchen Antrieb überprüft und so modifiziert, dass es plausibel erscheint.

... ... ...

Weiter geht es hier:
http://www.golem.de/news/raumfahrt-nasa-wissenschaftler-haelt-warp-antrieb-fuer-machbar-1209-94630.html
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