Autor Thema: Gerhard Klein - Mein Kriegsende  (Gelesen 1914 mal)

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Offline Nephris

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Gerhard Klein - Mein Kriegsende
« am: 30.April.2012, 02:06 »
Mein Kriegsende  -  Gerhard Klein


Das Manusskript des Gerhard Klein, Angehöriger des schw. Battalions 1458 /Scharfschützenkompanie
entstanden anhand von Tagebuchaufzeichnungen 1946, welche dann von seinem Sohn D. Klein ab 1998 nochmals überarbeitet wurden.
Die Aufzeichungen befassen sich mit den letzten Tagen des 2. Weltkrieges und der Gefangennahme von Klein, sowie seiner Flucht aus amerikanischer und russicher Gefangenschaft.

Die Aufzeichungen unterliegen dem Copyright des Verfassers und dürfen zu nicht kommerziellen Zwecken veröffentlicht werden.


Folgend einer kurzer Auszug der 12 Seiten starken PDF Datei, die ich dem Anhang beigefügt habe.



In den ersten Maitagen des Jahres 1945, als in Deutschland schon alles in Trümmern
lag, war der böhmisch - mährische Raum weithin noch ein scheinbarer Hort des Friedens.
Weder Kampfhandlungen noch Bombenangriffe hatten dort stattgefunden. Deshalb waren
auch viele kriegswichtige Betriebe dorthin ausgelagert worden. Nicht zuletzt standen dort
eine relativ große Anzahl gut ausgebildeter Einheimischer als Arbeitskräfte zur Verfügung.
Aufgrund der Besatzungspolitik der Nationalsozialisten, die einerseits die Tschechen
materiell den Reichsbürgern gleichgestellt und andererseits jeden aufkeimenden Widerstand
durch grausame Vergeltungsmaßnahmen ( Lidice ) erstickt hatte, waren auch im Inneren
keine Unruhen ausgebrochen.
Wir waren in diesen letzten Kriegstagen der Heeresgruppe Schörner unterstellt und in der
Nähe von Mährisch-Ostrau stationiert. Ich gehörte zu dieser Zeit als Oberfeldwebel zu einer
Scharfschützenkompanie im Schweren Bataillon 1458.....


......
Wir hielten uns aber im Dickicht der Uferböschung verborgen. Ich konnte mir meine
Kleidung wieder anziehen und fühlte die nach dieser herben morgendlichen Abkühlung so
herrlich wärmenden Sonnenstrahlen. Alle glaubten wir, das Wichtigste ist geschafft, da wir
doch endlich im amerikanischen Machtbereich waren.
Zunächst einmal galt es, das weitere Vorgehen zu planen, wozu wir in unserem Versteck auf
der Anhöhe die nötige Ruhe hatten. Zusammen mit Kunzelmann, der bei solchen
Gelegenheiten viel zu rauchen pflegte, besprach ich den ersten Nachtmarsch. Vorher hatte
ich stundenlang mit dem Fernglas die amerikanische Postenkette erkundet und den Punkt
ausgemacht, wo sich entweder beide Posten kreuzten oder jeder wieder retour machte.
Gegen Abend, kurz nach Sonnenuntergang, besprach ich nochmals den Nachtmarsch mit
meinen Kameraden, z. B. auffällige Punkte am Horizont, an denen man sich wieder treffen
kann, wenn man sich einmal verliert. Auch Nahkampf - und Selbstverteidigungsgriffe
gehörten dazu. Gunzelmann, ein Experte auf diesem Gebiet übernahm es, die beiden Neuen
darin zu unterrichten. Seine großen Hände und kräftigen Arme griffen immer an die richtige
Stelle.......

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« Letzte Änderung: 30.April.2012, 02:18 von Nephris »